Alles für die Kinder

Zwei Ortsgruppen der Volkssolidarität engagieren sich seit sechs Jahren für die Villa Pelikan

Das hat Tradition: Jedes Jahr vom 1. März bis zum 30. April sammelt die Volkssolidarität  Spenden für die Arbeit des Wohlfahrtsverbandes sowie zahlreiche Projekte und Einrichtungen in Berlin und in der Welt. So sind vergangenes Jahr insgesamt 300.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Aber wofür wird gespendet? Ein Ortstermin in der Villa Pelikan in Kaulsdorf.

Der Apriltag ist frisch, dafür ist es im Büro von Jutta Radtke herrlich gemütlich. Die Leiterin der Villa Pelikan hat für die Ortsgruppenvorsitzenden Wilhelm Kammer und Edith Vollard Kaffee aufgebrüht, der stellvertretende Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. Ricardo Fonseca Ferrada und Karsten Vettermann, Leiter des Regionalen Begegnungszentrum Ost der Volkssolidarität sind da – und der rbb kommt auch gleich.

Das Team will über das Engagement der beiden Ortsgruppen 303 aus Hellersdorf und 1237 aus Marzahn berichten, die seit Mai 2011 die Paten der Einrichtung für Kinder und Jugendliche sind.

Wenn man mit Wilhelm Kammer und Edith Vollard durch das Haus läuft, sieht man, was das bedeutet. Die Kinder grüßen beide herzlich manche drücken Edith Vollard. „Die Bibiliothek müsst ihr sehen!“, sagt Edith Vollard. Wandhoch stapeln sich dicke, dünne, bunte, schwarze Bücher, dazu dutzende von Spiele – alles fein säuberlich einsortiert. Die Bibliothek haben die Ortsgruppen 2012 dank einer Spende von 900 Euro finanziert – „Darauf sind wir wirklich stolz!“, sagt sie.

Dass die Villa Pelikan in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird, also nicht dem „eigenen“ Verband, spielt für die Volkssolidaritäts-Mitglieder keine Rolle. „Hier geht es um die Kinder“, sagt Wilhelm Kammer. „Das war von Anfang an unser Antrieb.“ Im Rahmen ihrer Patenschaft haben die Ortsgruppen zum Beispiel Laken, Wollreste, Pappen, Knöpfe, Plüschtiere usw. gesammelt, jedes Jahr den Weihnachtsbaum für die Einrichtung für Kinder und Jugendliche gekauft und die Feriengestaltung mitfinanziert, etwa Sommerfeste, Dampferfahrten oder Besuche im Kino und im Tierpark.

Dabei haben es die Ortsgruppen nicht belassen. Auch für den Alltag in der Villa Pelikan haben die Mitglieder der Volkssolidarität Zeit und Geld aufgebracht, Computer, organisiert, für die jährliche Weihnachtsfeier gespendet und daran teilgenommen. Seit im Kiez Flüchtlingskinder leben, hat die Volkssolidarität dafür gesorgt, dass zwölf eingeschulte Kinder zum Beispiel am Zuckertütenfest im September 2016 in der Villa teilnehmen konnten. „Da waren 600 Menschen hier“, sagt Wilhelm Kammer mit glänzenden Augen.

Insgesamt spenden die beiden Ortsgruppen gemeinsam seit Beginn ihres Engagements hier jährlich rund 1.000 Euro an die Villa Pelikan. Für Ricardo Fonseca Ferrada ist diese Zusammenarbeit wirklich wichtig. „Dadurch haben wir hier ein Mehrgenerationenhaus, so bleiben die Kinder nicht nur unter Gleichaltrigen, sondern begegnen älteren Menschen“, sagt er. Denn das Durchschnittsalter der Mitglieder der Volkssolidarität hier im Bezirk liegt bei stolzen 76 Jahren. Die Ehrenamtlichen hält das nachweislich fit – schließlich sind soziale Kontakte nachweislich förderlich für Gesundheit im Alter. „Diese Energie im Engagement ist ein Grund, warum ich jeden Tag gerne zur Arbeit komme“, sagt Karsten Vettermann.

Leiterin Jutta Radtke hat die beiden Ortsgruppenvorsitzenden und ihre Mitglieder längst ins Herz geschlossen. Natürlich ist das alles nur möglich, weil in beiden Ortsgruppen viele Mitglieder selbst mit anpacken, mitdenken und helfen.

Für 2017 beteiligen sich die Ortsgruppen an der Ausrichtung des Kindertages am 1. Juni, hier sind auch wieder Flüchtlingskinder eingeladen. Außerdem schießt die Volkssolidarität bei der Weihnachtsfeier, einem Kinobesuch und dem Fest zum Auftakt der Sommerferien Geld zu. Dafür werden die Ehrenamtlichen von der Volkssolidarität nach Abschluss der Spendensammlung Ende April rund 1.000 Euro an die Villa Pelikan übergeben. Natürlich wollen die Ortsgruppen ihr Engagement auch im kommenden Jahr weiterführen. Denn es gibt noch viel zu tun!